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Pressenotiz: Jürgen Trittin, MdB, besucht den Lindenberg
Die Überlegungen, auf dem Lindenberg bei Teistungen einen Golfplatz zu bauen, ist Anlass eines Besuches von Jürgen Trittin, MdB, Göttinger Bundestagsabgeordnete und Vorsitzender der Grünen Bundestagsfraktion.
Es ist und bleibt für uns ein Skandal, wenn Bäume dem Luxus von Golfspielern weichen sollen, verdeutlichten Michael Hoffmeier, Sprecher der Kreisverbandes Eichsfeld der Grünen und Hans Georg Schwedhelm, Grüner vom Ortsverband Duderstadt, die gemeinsam Trittin eingeladen haben.
Der Hauptinitiator des Golfplatzes Horst Dornieden, CDU, bekommt Gegenwind von der Bevölkerung, Umweltverbänden, Parteien und von anderen Verwaltungen, die seinen Umgang mit den Umweltinteressen nicht akzeptieren.
Der Bund fördert mit Millionenbeträgen das „Grüne Band“ auf dem ehemaligen Grenzstreifen und wenige Meter weiter sollen Wälder wegen einiger Golfspieler abgeholzt werden. Diesen Widerspruch wollen wir unsern Bundespolitiker Jürgen Trittin erläutern, erklärte Hoffmeier zum Hintergrund der Einladung. Wenn die Planung so weiter geht, müssen zukünftig Golfbälle aus dem Naturschutzprojekt „Grünes Band“ geholt werden.
Die Führung über den Lindenberg wird von Arne Willenberg, Vorsitzender des Naturschutzbundes Eichsfeld durchgeführt.
Zu der öffentlichen Führung am Montag, den 9. August 2010 ab 17.00 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Treffpunkt ist um 17.00 Uhr am Grenzlandmuseum, Teistungen.
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GEO-Tag der Artenvielfalt am 12.06.2010
Am 12. Juni zum Geotag der Artenvielfalt organisierten der NABU Obereichsfeld RV und die BI "Rettet den Lindenberg" verschiedene thematische Exkursionen für die Öffentlichkeit, um die Artenvielfalt des Gebietes nachzuweisen sowie der Bevölkerung zu verdeutlichen, welche Verluste die Umsetzung der Golfplatzpläne für die heimische Natur und nicht zu letzt auch für die Menschen der Region und darüber hinaus haben würde.
Es gab an diesem Tag massive Einschüchterungsversuche durch den Bürgermeister der Gemeinde Teistungen, die teilweise an Stasi-Methoden erinnerten (Fotografieren unserer Fahrzeuge sowie der Fahrzeuge der Gäste, Schlösser und Ketten vor dem bis dato zugänglichen Wildgehölz- und Wildobstgarten, Beobachtung unserer Aktivitäten durch anonyme Personen …), da er in unserer Veranstaltung eine gegen seine Person gerichtete politische Aktion vermutete. Trotzdem und trotz des regnerischen Wetters, nahmen nicht nur Mitglieder der Bürgerinitiative, des NABU und der Fachgruppe „Ornithologie und Vogelschutz“ an den Exkursionen teil sondern auch Naturfreunde aus Teistungen sowie aus weiteren Gemeinden des Landkreises.
Die Teilnehmer der Exkursionen konnten die unterschiedlichen feldbiologischen Erfassungsmethoden kennen lernen. Ein Höhepunkt war dabei sicherlich die Beringung junger Rotmilane durch einen erfahrenen Beringer der FG "Ornithologie Eichsfeld".
Neben den öffentlichen Aktionen durchstreiften den ganzen Tag Hobby- und Berufsbiologen sowie weitere Naturfreunde und Naturkenner das Gebiet, um die Fauna und Flora zu erfassen. Das gewählte Untersuchungsgebiet deckte sich dabei weitestgehend mit den von der Golfplatzplanung betroffenen Flächen (80 Hektar). Somit erfolgte die Artenerfassung im Laubmischwald, an Waldrändern, auf Weiden und Wiesen, in einem Streuobstbestand, an einem Bachlauf sowie auf Ackerflächen.
Das "Basislager", eine gemütliche Schutzhütte, war mit reichlich Bestimmungsliteratur ausgestattet. Hier traf man sich in regelmäßigen Abständen, um die Funde zu bestimmen und in Listen einzutragen. Da hier Experten hinsichtlich der verschiedenen Artengruppen zusammen trafen, herrschte ein reger Erfahrungs- und Wissensaustausch, was allein schon für viele Beteiligte ein Erlebnis war.
Trotz des verregneten Tages konnten von den etwa 30 Aktiven 445 Arten erfasst werden. Dazu zählen 212 Pflanzenarten, 52 Vogelarten, 86 Insektenarten, 4 Reptilienarten und 4 Amphibienarten. Viele der nachgewiesenen Arten sind geschützt. Die vollständige Artenliste ist auf www.geo-artenvielfalt.de einsehbar.
Diese am 12.06.2010 erstellte Artenliste ist nur eine Aufnahme von wenigen Stunden. Sie ließe sich noch durch viele Artenfunde, die im Vorfeld des GEO-Tages der Artenvielfalt gemacht wurden, ergänzen. Genannt werden sollen hier nur das nachgewiesene Brutvorkommen des Mittelspechtes, einer im Eichsfeld sehr seltenen Art, der regelmäßig im Bereich des Lindenberges gesichtete Schwarzstorch sowie das Vorkommen des Feuersalamanders sowie des Fadenmolches als weitere geschützte Amphibienarten.
Unsere Aktion am 12.06.2010 macht deutlich, dass die Umsetzung der Golfplatzpläne im besagten Gebiet, die trotz dessen Schutzstatus als EU-Vogelschutz-Gebiet sowie der Einwände der Naturschutzverbänden und der Bürgerinitiative, von Lokalpolitikern massiv und aggressiv forciert wird, ein Verlust an einer Natur- und Kulturlandschaft mit großer Artenvielfalt bedeuten würde sowie naturschutzpolitisch unverantwortlich wäre.
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Schlechte Aussichten für den Golfplatz auf dem Lindenberg
* Ob in Teistungen jemals Golf gespielt wird ist fraglich.
Hoffnungsvoll sind die Gegner des Teistunger Golfplatzprojektes von der Antragskonferenz im Landesverwaltungsamt Weimar zurückgekehrt. Die Landesbehörde hält die Pläne offenbar für schwer durchsetzbar. Tesitungen. Arne Willenberg und Nico Linke, Mitglieder der Bürgerinitiative gegen den Bau eines Golfplatzes auf dem Teistunger Lindenberg, waren bei der sogenannten Antragskonferenz für das geplante Raumordnungsverfahren in Weimar dabei. Das Verfahren ist die Grundvoraussetzung dafür, dass überhaupt ein Bebauungsplan in Angriff genommen werden kann. Nachdem das Planungsbüro Ziegler das Vorhaben erläutert habe, seien die Vertreter der Behörden vom Moderator der Veranstaltung aufgefordert worden, ihre Meinungen zum Projekt darzulegen, berichtet Nico Linke der TA.
"Die Obere Naturschutzbehörde und die Untere Naturschutzbehörde brachten ganz klar zum Ausdruck, dass es doch erhebliche Probleme mit dem Naturschutz gebe." Sie hätten durchblicken lassen, dass sie das Projekt auf dem Lindenberg ablehnten und die Planer dazu aufgefordert, andere Standorte zu prüfen. Das Forstamt habe den bevorzugten Bauplatz ebenfalls abgelehnt, da der Waldbestand sehr wertvoll sei. Auch die Landwirtschaft sei gegen die Pläne gewesen. Die Tischvorlage des Planungsbüros sei als "unzureichend" bezeichnet worden. Daraufhin sei dem Vorhabenträger empfohlen worden, von einem Golfplatz auf dem Lindenberg Abstand zu nehmen und besser die anderen Varianten in gleicher Gründlichkeit zu prüfen. Falls man sich doch für den Standort Lindenberg entschließe, sei es möglich, dass das Projekt abgelehnt werde.
Natalie Hünger / 01.06.10 / TA
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Landesverwaltungsamt
Abt. 3 Bauwesen und Raumordnung
Referat 350
z. Hd. Frau Ludolph
Weimarplatz 4
99423 Weimar
Teistungen, den 18.05.2010
Betreff: Widerstand gegen die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens für
den Bau einer 18-Loch Golfplatzanlage in Teistungen.
Werte Damen und Herren,
mit Bestürzung haben viele Bürger aus Teistungen und Umgebung reagiert, als sie erfuhren, dass in Teistungen am Lindenberg eine 18-Loch Golfplatzanlage gebaut werden soll. So sollen nach den Plänen des Bürgermeisters nicht nur 20 Hektar Wald (13 Hektar Gemeindewald und 7 Hektar Landeswald) mit seltenen und geschützten Tierarten, sondern neben den wertvollen Agrarflächen auch Streuobstwiesen und andere Kulturflächen diesem Vorhaben geopfert werden. Vollkommen unbeeindruckt scheint man von der Tatsache zu sein, dass hier ein EU-Vogelschutzgebiet massiv in Mitleidenschaft gezogen wird. Die ökologischen Folgeschäden für diese Region wären katastrophal und stehen in keinem Verhältnis zum angeblichen wirtschaftlichen Nutzen für diese Region, welcher vom Bürgermeister suggeriert wurde. Eine vollkommen intakte Landschaft würde für ein wirtschaftlich sehr zweifelhaftes Projekt, welches mit Sicherheit nicht der breiten Bevölkerung dient, vernichtet. Zudem sieht die Planung dieses Vorhabens vor, dass das Golfplatzgelände direkt an ein Wohngebiet angrenzt. 666 Anwohner, die die Wirtschaftlichkeit eines solchen Golfplatzes massiv bezweifeln, haben bereits durch ihre Unterschriften bekundet, dass sie gegen dieses Projekt sind. Insgesamt haben 1347 Bürger des Eichsfeldes unterschrieben, um zu zeigen dass sie gegen das Projekt sind. Das Golfplatzgelände neben dem Wohngebiet würde über mehrere Kilometer die Landschaft durch einen Zaun trennen. Der Erhalt dieser Flora und Fauna ist aber auch Verpflichtung unseren Kindern gegenüber, denen nach und nach immer mehr die Möglichkeit genommen wird, sich frei in der Natur zu bewegen.
Die Wirtschaftlichkeit eines solchen Golfplatzes ist, wenn man sich in nächster Umgebung umschaut, absolut nicht gegeben. So existiert in ca. 10 km Entfernung (bei Zwinge) bereits eine solche Anlage und in Heilbad Heiligenstadt (ca. 15 km) ist
im Moment ebenfalls ein Golfplatz (auf ökologisch unbedenklicherer Fläche) im Bau. Ganz besonders zu bedenken wären auch die Kosten für dieses Vorhaben, die in Zeiten leerer Kassen sicherlich eine nicht unbedeutende Rolle spielen, denn selbst wenn die Gemeinde Teistungen einen Investor für dieses Projekt haben sollte, fallen zudem mit Sicherheit erhebliche Planungskosten an, die uns als Steuerzahler zusätzlich belasten.
Bezug nehmend auf die oben genannten Fakten und die Unterschriftensammlung, die sich gegen den Bau eines Golfplatzes richtet, fordern wir noch einmal entschieden die Ablehnung des Antrags auf Einleitung eines Raumordnungs-verfahrens.
Wir möchten Sie bitten, dieses Schreiben am 27.05.2010 im Landesverwaltungsamt während der Entscheidung über die Einleitung des Raumordnungsverfahrens für den Golfplatzbau vorzutragen.
Die Fakten zur Raumordnug im Bezug zum Golfplatz
Die Errichtung eines Golfplatzes stellt infolge der Nutzungsumwandlung und der damit verbundenen Veränderungen der Oberflächengestalt einen Eingriff in die Natur und Landschaft dar. Ein naturschutzfachliches Ziel sollte es stets sein, dass sich Golfplätze der Natur und der Landschaft anpassen und nicht umgekehrt. Völlig ungeeignete Golfplatzstandorte sind darüber hinaus Gebiete mit ökologisch und landschaftlich wertvollen oder gering belasteten Flächen. Und um solche handelt es sich im Fall Teistungen.
Der Golfplatz an dieser Stelle würde
- - ca. 20 ha artenreichen Laubmischwald vernichten,
- - damit einen natürlichen Lebensraum von gemeinschaftlichen Interesse (geführt im Anhang 1 der FFH – Richtlinie) zerstören,
- - gefährdete Biotoptypen (Rote Liste BRD!) zerstören,
- - gefährdete Waldgesellschaften vernichten,
- - in Konflikte mit dem überregionalen Großnaturschutzprojekt „Grünes Band Eichsfeld“ geraten,
- - in einem EG-Vogelschutzgebiet liegen, welches Natura 2000 Gebietsschutz genießt, dieses zu einem großen Teil vernichten und damit gemessen an den Entwicklungszielen erheblich beeinträchtigen,
- - Lebensstätten geschützter Arten zerstören,
- - dem Thüringer Waldgesetz widersprechen,
- - der Bevölkerung Teistungens den direkten Zugang zum Wald versperren!
Außerdem widerspricht das Golfplatzprojekt dem Regionalen Raumordnungsplan, was im Hinblick auf die anstehende Antragskonferenz zum Raumordnungsverfahren nachfolgend näher erläutert werden soll.
Zur Forstwirtschaft heißt es im Regionalen Raumordnungsplan:
- Punkt 5.3.1.1: „Die Wälder in der Region Nordthüringen sollen in ihrem Bestand … gesichert und vor schädlichen Einflüssen geschützt … werden.“
- Punkt 5.3.2.1: „Für bauliche, infrastrukturelle oder gewerbliche Zwecke soll der Wald nur dann … in Anspruch genommen werden, wenn andere geeignete Flächen nicht vorhanden sind.“
- Punkt 5.3.3.1: „Zur Sicherung des Waldes sollen stabile, standortgerechte, arten- und strukturreiche naturnahe Waldökosysteme erhalten, gepflegt, entwickelt und geschaffen werden“.
Entgegen dieser Vorgaben aus dem Raumordnungsplan wird die Umsetzung des Golfplatzprojekts mindestens 20 ha eines stabilen, standortgerechten, arten- und strukturreichen naturnahen Waldökosystems bis zur vollständigen Zerstörung beeinträchtigen!
Im Regionalen Raumordnungsplan sind als Vorranggebiete für Aufforstung u. a. die Gebiete nördlich von Teistungen sowie Teistungen/Teistungenburg aufgeführt. Eine der vorgesehenen Aufforstungsflächen ist die Gerblingeröder Breite, welche zum Planungsgebiet des Golfplatzes gehört. Zu den Vorranggebieten Aufforstung heißt es:
- Punkt 5.3.3.3: „In Vorranggebieten Aufforstung sollen die Belange der Aufforstung von Flächen Vorrang vor anderen raumbedeutsamen Nutzungen haben. Es sind nur solche Nutzungen möglich, die einer Aufforstung der Flächen langfristig nicht entgegen stehen oder sie nicht wesentlich beeinträchtigen. In Vorbehaltsgebieten Aufforstung soll den Belangen der Aufforstung ein besonderes Gewicht bei der Abwägung mit anderen Nutzungsansprüchen beigemessen werden.
Die durch bäuerliche Nutzung entstandenen Kulturlandschaft in Nordthüringen spielt eine besondere Rolle. Die mit ihr entstandenen Kulturlandbiotope machen den Reiz der Landschaft aus und sind darüber hinaus z. T. ökologisch sehr wertvoll. Dem wird auch im Regionalen Raumordnungsplan Nordthüringens Rechnung getragen. Darin heißt es:
- Punkt 5.4.1.3: „In der gesamten Region sollen die charakteristischen Kulturlandschaftsteile und landschaftsprägenden Elemente wie Heckenlandschaften, Feuchtbereiche, Grünlandflächen, … , Steuobstwiesen, Feldgehölze erhalten und entwickelt werden.“
Das Golfplatzvorhaben beeinträchtigt solche Kulturlandbiotope. Betroffen ist u. a. eine alte, extensiv genutzte Streuobstwiese, die auf Grund ihrer ökologischen Bedeutung nach §18 des Thüringer Naturschutzgesetzes besonders geschützt ist. Weiterhin sind Feldgehölze in Form von standorttypischen Baumgruppen sowie Feuchtbereiche an der Grundzelle betroffen.
Dem Fremdenverkehr in Nordthüringen wird auch im Raumordnungsplan eine große Bedeutung beigemessen. Darüber hinaus gilt Teistungen als Fremdenverkehrsort.
- Punkt 7.1.1: „Fremdenverkehr und Erholung sollen … unter Wahrung des Landschaftscharakters und der kulturellen Eigenarten der Region genutzt werden.“
- Punkt 7.1.2: „Dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Erholung … entsprechend soll auf eine … umwelt- und sozialverträgliche Fremdenverkehrswirtschaft … hingewirkt werden.“
Die beabsichtigte Rodung von Wald, die Vernichtung von wertvollen Kulturlandbiotopen und die Schaffung von Rasenflächen, welche intensiv und unter Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln erfolgen muss, entspricht keiner umweltverträglichen Fremdenverkehrswirtschaft. Die breite Ablehnung des Golfplatzprojekts durch die Bevölkerung zeigt, dass kein Bedarf an einer solchen Sportanlage besteht. Außerdem ist fraglich, ob der Golfplatz aufgrund der Häufung solcher Anlagen in der Region überhaupt einen positiven Einfluss auf die Fremdenverkehrsentwicklung hat.
- Punkt 7.2.1.1: „In Fremdenverkehrsgebieten sollen … für die Wahrnehmung einer auf das Naturerlebnis gerichteten Erholung … die natürlichen und kulturhistorischen Eigenarten und Besonderheiten erhalten … werden”.
Golfspielen ist kein Naturerlebnis, da es in einer Kunstlandschaft zelebriert wird. Zum Bau des Golfplatzes werden die natürlichen Besonderheiten, z. B. der Wald sowie die kulturhistorischen Eigenarten, nämlich die historisch entstandene Kulturlandschaft zerstört.
Zur Schaffung großflächiger Freizeitanlagen, zu denen objektiv Golfplätze zu rechnen sind, gibt der Raumordnungsplan genaue Richtlinien vor.
- Punkt 7.4.6.1: „Die Planung und Einordnung großflächiger Freizeiteinrichtungen soll auf Grund ihrer regionalen und überregionalen Bedeutsamkeit grundsätzlich so erfolgen, dass eine ökologische, wirtschaftliche, sozial- und zentrenverträgliche sowie verkehrliche Integration dieser Anlagen in die räumliche Struktur der Planungsregion gesichert bzw. ermöglicht wird und die kulturelle Identität bewährt bleibt.“
Die ökologische Verträglichkeit des Bauvorhabens ist nicht gegeben. Die Rodung von 20 ha Wald, die Vernichtung von geschützten Waldgesellschaften, von geschützten Biotopen, von Lebensräumen seltener und geschützter Tiere und Pflanzen sowie die nachfolgende Schaffung einer Kunstlandschaft, deren Erhalt nur mit großem Pflegeaufwand und dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln möglich ist, ist ökologisch nicht verträglich!
- Punkt 7.4.6.2: „Bedarfsorientierte großflächige Freizeitanlagen sollen nur dann ausgewiesen werden, wenn Folgendes berücksichtigt wird:
- ▪ In der Regel nicht in Betracht kommende Gebiete sind:
- Naturschutzgebiete und vergleichbare Teilgebiete von Nationalparken und von Naturparken sowie ihre unmittelbaren Randbereiche, SPA- und FFH-Gebiete,
- Wald,
- Gebiete mit einem hohen Anteil an ökologisch und landschaftlich wertvollen oder gering belastbaren Flächen, … .“
Somit kommt laut Raumordnungsplan das Gebiet am Lindenberg bei Teistungen nicht als Standort für einen Golfplatz in Betracht. Es besteht kein Bedarf an der großflächigen Freizeitanlage „Golfplatz“, wie die Bürger in ihren Unterschriftenlisten zum Ausdruck bringen. Außerdem liegt der vorgesehene Standort im EU-Vogelschutz (SPA-Gebiet) „Untereichsfeld-Ohmgebirge“. Es handelt sich darüber hinaus um ein Gebiet mit einem hohen Anteil an ökologisch und landschaftlich wertvollen Flächen und es sind mindestens 20 ha Wald betroffen.
- Punkt 7.4.6.3: „Bei der Planung und Anlage regional und überregional bedeutsamer Einrichtungen für den Fremdenverkehr und Erholung sollen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
- ▪ Abstimmung konzeptionell ähnlich gelagerter Projekte in der Region hinsichtlich ihrer Funktion und ihrer Tragfähigkeit im Gesamtraum.“
Diese Abstimmung scheint hinsichtlich des Golfplatzprojekts bei Teistungen nicht zu existieren. Denn es gibt bereits einen Golfplatz in weniger als 10 km Entfernung im benachbarten Niedersachsen. Zeitgleich entsteht ein Golfplatz auf ökologisch weniger bedenklicher Fläche bei Heiligenstadt. Die Tragfähigkeit eines Golfplatzes bei Teistungen ist also zu bezweifeln.
Speziell zu „ökologischen“ Golfplätzen gibt der Raumordnungsplan folgenden Hinweis:
- Punkt 7.4.6.5: „Golfplätze sollen vorrangig dort angelegt werden, wo sie zu einer ökologischen und landschaftlichen Aufwertung eines Gebietes führen.“
Der Bau eines Golfplatzes am besagten Standort am Lindenberg bei Teistungen wertet aufgrund der schon beschriebenen Maßnahmen (Waldrodung, Reduzierung des Vogelschutzgebietes, Zerstörung geschützter Lebensräume … ) ökologisch und landschaftlich stark ab, auch wenn es sich um einen sogenannten ökologischen Golfplatz handeln soll.
Das Golfplatzplanung am Lindenberg bei Teistungen ist, wie aus den vorrangegangenen Abhandlungen ersichtlich, in zahlreichen Punkten nicht mit dem Regionalen Raumordnungsplan Nordthüringens zu vereinbaren. Allein aus diesen Gründen ist der Antrag auf die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens entschieden abzulehnen!
Quelle: Regionaler Raumordnungsplan Nordthüringen. Sonderdruck Nr. 2/1999 des Thüringer Staatsanzeigers
Bürgerinitiative "Rettet den Lindenberg"
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Die Debatte um den Bau eines Golfplatzes im Lindenberg bei Teistungen erhitzt seit Monaten die Gemüter. Um allen Interessierten einen Einblick von der Lage vor Ort zu bieten, lud die Bürgerinitiative "Rettet den Lindenberg" am Mittwoch zu einer Begehung des betroffenen Gebietes ein. Teistungen. Die "Thüringer Allgemeine" war bei der Exkursion dabei. Es regnet. Mitten im Mai. Das haben sich sicher nicht nur die Organisatoren anders vorgestellt. Die Besichtigung ausfallen zu lassen, kommt jedoch nicht in Frage. Und tatsächlich finden sich zehn tapfere Wandersmänner und -frauen am Parkplatz des Grenzlandmuseums ein, um gemeinsam mit den Wortführern der Bürgerinitiative, Arne Willenberg und Nico Linke, in das vorgesehene Bebauungsgebiet aufzubrechen. Ein Teil kommt aus Teistungen, dem Ort, dessen Bewohnern durch den Golfplatz der seit Generationen hoch geschätzte direkte Zugang zum Lindenberg versperrt würde.
Aber auch Nachbarn aus Duderstadt sind dabei, die dort für die Grünen im Stadtrat sitzen. Von ihnen kam überhaupt erst die Idee zu dem Ausflug. "Damit wir uns auch mal ein genaues Bild von der Situation machen können", begründet Hans Georg Schwedhelm und ergänzt, auch eine Resolution gegen den Golfplatz in den Duderstädter Stadtrat eingebracht zu haben. Dann geht es los. Schnell noch ein Blick auf die Karte, auf welcher Strecke Schlamm und Matsch wohl am erträglichsten sein würden. Die Gruppe marschiert strammen Schrittes direkt in den Lindenberg hinein, begleitet vom nicht enden wollenden Regen.
Schnell wird klar, dass hier ein echter Experte den Weg weist. Die Naturkenntnis des Biologen Arne Willenberg ist beeindruckend. Jeder Baum, jedes kleine Pflänzchen und erst recht jedes Tier scheint ihm bekannt zu sein. Die Wanderer lauschen gespannt seinen Ausführungen, und jedem scheint bewusst zu werden, welche Artenvielfalt sich im Lindenberg verbirgt. Ob stattliche Rotbuchen oder der in Mitteleuropa seltene Mittelspecht - die Gruppe ist sich einig, dass ein Golfplatz hier nicht entstehen darf. Denn auf dessen mögliche Folgen wird während der Wanderung immer wieder Bezug genommen. Das noch immer bescheidene Wetter stört dabei längst niemanden mehr.
Mittlerweile regnet es Bindfäden. "Das ist Regenwald hier", scherzt Willenberg. Dennoch verlässt die Gruppe den noch einigermaßen befestigten Weg und geht nunmehr querfeldein durchs Gehölz. Am Ausgang des Waldes zeigt Arne Willenberg hinauf zu einem Baum, in dem eine Rabenkrähe wohnt, und lenkt anschließend den Blick auf eine große Streuobstwiese, die nach Thüringer Gesetz als besonders schützenswert gilt. "Da vorn ist der Kullerberg. Da sind wir früher hinuntergekullert oder Schlitten gefahren", ruft einer der Teistunger, die um den Lindenberg auch als bedeutsamen Ort für ihre Kinder kämpfen. Am Ende des Ausflugs sind fast alle Schuhe durchnässt. Dennoch ziehen die Teilnehmer eine positive Bilanz und bringen noch einmal ihre Hoffnung zum Ausdruck, den Bau des Golfplatzes verhindern zu können. "Das zeigt, dass wir es ernst meinen. Bei schönem Wetter wandern kann ja jeder", scherzt eine Teistungerin.
Fabian Kappel / 20.05.10 / TA
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Video der TA zur Exkursion im Lindenberg vom 19.05.2010 --> hier klicken
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Die Bürgerinitiative "Rettet den Lindenberg" will verhindern, dass Wald und Kulturlandschaft rund um den Lindenberg bei Teistungen für einen Golfplatz geopfert werden. Wehnde. Mittlerweile gehören der Bürgerinitiative laut deren Sprecher Nico Linke insgesamt 74 aktive Mitglieder an. Außerdem, so berichtete der Wehnder weiter, "hätten mehr als 500 Bürger des Landkreises Eichsfeld durch ihre Unterschrift gezeigt, dass sie ebenfalls gegen das Golfplatzprojekt sind". Die Unterschriftensammlung soll nun vor allem in den Ortschaften der Verwaltungsgemeinschaft Lindenberg fortgesetzt werden. Denn wie Linke weiter mitteilte, seien am 27. Mai Gemeindevertreter zu einer Antragskonferenz zum Raumordnungsverfahren in Weimar eingeladen. Zusammen mit den Grünen aus Duderstadt sowie dem Naturschutzbund (Nabu) Untereichsfeld plant die Initiative diese Woche Mittwoch eine Exkursion in den Lindenberg, zu der interessierte Bürger eingeladen sind. Der Treffpunkt dafür ist um 18 Uhr auf dem Parkplatz am Grenzlandmuseum in Teistungen.
sma / 17.05.10 / TA
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www.goettinger-tageblatt.de 03.05.2010 21:43 Uhr
Streit um neuen Golfplatz verschärft sich
Bürgerinitiative und Grüne machen mobil
Noch bevor konkrete Planungen für einen neuen Golfplatz am Lindenberg bei Teistungen vorliegen, hat sich bereits eine Bürgerinitiative gegründet, die schwerwiegende Bedenken gegen eine solche Anlage hegt.
Dem Golfplatz, so erläutert Nico Linke, Sprecher der Initiative, müsse ein bedeutender Teil der Kulturlandschaft am Lindenberg geopfert werden. So würde unter anderem ein EU-Vogelschutzgebiet gravierend beeinträchtigt, ebenso stünden rund 20 Hektar Waldfläche mit seltenen, teilweise geschützten Pflanzen- und Tierarten zur Disposition.
Darüber hinaus, so Linke weiter, sei von einem Golfplatz die Forst-und Landwirtschaft, die Jagd und der Naturschutz des gesamten Landkreises Eichsfeld sowie des niedersächsischen Untereichsfeldes betroffen. Um ihrer Forderung nach Einstellung der Pläne für die neue Anlage Nachdruck zu verleihen, hat die Bürgerinitiative „Rettet den Lindenberg“ bereits eine Unterschriftenaktion gestartet, und nach den Worten Linkes haben inzwischen bereits 400 Bürger mit ihrer Unterschrift gegen die Pläne der Gemeinde Teistungen protestiert.
Zu einer Informationsveranstaltung lädt die Bürgerinitiative am Freitag, 7. Mai, um 19 Uhr in die Teistunger Gaststätte Bauers, Bergstraße 39a, ein. Ebenso planen die Duderstädter Grünen eine Besichtigung des möglichen Golfplatz-Geländes. Denn auch sie wenden sich gegen den Bau der Anlage, da der Lindenberg nach der Wende zu einem wichtigen Erholungsgebiet für die Duderstädter Bevölkerung geworden sei. Außerdem, so unterstreicht Grünen-Ratsherr Hans Georg Schwedhelm aus Mingerode, werde zeitgleich bei Heiligenstadt ein neuer Golfplatz geplant. Im Untereichsfeld gebe es zudem die nur wenige Kilometer von Teistungen entfernte Golfanlage Rothenberg Haus bei Brochthausen. Die von den Grünen initiierte Begehung des Gelände bei Teistungen ist für Mittwoch, 19. Mai, geplant. Sie beginnt um 18 Uhr am Grenzlandmuseum.
Vor übereiltem Aktionismus warnt der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Lindenberg/Eichsfeld, Horst Dornieden (CDU). Derzeit bemühe sich die Gemeinde erst einmal – sozusagen im Vorfeld – um die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens für den möglichen Golfplatz, der als „landesbedeutendes Vorhaben“ einzustufen sei. Jetzt müsse abgewartet werden, ob das Land Thüringen dem zustimme oder die Einleitung des Verfahrens ablehne. Dann sei das Thema Golfplatz eh vom Tisch. Von Seiten der Gemeinde aus würde man die neue Anlage aber begrüßen, denn sie brächte zusammen mit der Freizeitanlage Teistungenburg viele Synergie-Effekte und werde den Tourismus sicherlich wirksam fördern.
Von Sebastian Rübbert
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www.otz.de 28.04.10
Die neu gegründete Bürgerinitiative gegen den geplanten Golfplatzbau am Lindenberg lädt am Freitag, dem 7. Mai, um 19 Uhr zur ersten Mitgliederversammlung in die Gaststätte "Bauers" an der Teistunger Tankstelle ein. Teistungen. Rund 50 Naturfreunde gehören ihr bereits an. Weitere interessierte Bürger sind eingeladen. Die am 22. April gegründete Bürgerinitiative "Rettet den Lindenberg" setzt sich für die Erhaltung der Wald- und Kulturlandschaft rund um den Lindenberg ein und will nicht zulassen, "dass ein bedeutender Teil davon zu Gunsten eines Golfplatzes geopfert wird". Der Teistunger Gemeinderat plant hier einen Golfplatz. "Dabei wird anscheinend ignoriert, dass es sich um gravierende Eingriffe in ein EU-Vogelschutzgebiet handelt. Teistungen ist bereit, 20 Hektar Waldfläche mit seltenen und geschützten Tierarten sowie Wiesen, Streuobstwiesen, einen Bachlauf mit bedeutenden Gehölzen für eine fragwürdige Vergnügungsstätte zu opfern. Statt Wald und Wiesen zum Spazieren gehen und zur Erholung hätten die Teistunger nach der Umsetzung der Pläne hinter ihrem Dorf nur noch großflächig eingezäunte, intensiv gepflegte, nur als Chlorophyll-Asphalt zu bezeichnende Rasenflächen. Die seit Generationen von den Kindern genutzten Rodelhänge am Schneidersberg würde es nicht mehr geben", warnt Gründungsmitglied Nico Linke aus Wehnde vor den Folgen des Projektes. Die Bürgerinitiative strebe eine enge Zusammenarbeit mit allen Menschen, Vereinen und Parteien an, die der geplanten Naturzerstörung Einhalt gebieten wollen. "Golf ist kein Massensport und wird so schnell keiner werden. Dass die Eichsfelder lieber Wald statt den Golfplatz haben wollen, haben bereits etwa 400 Bürger durch ihre Unterschrift gezeigt", sagt Linke. Die Bürgerinitiative fordere die Gemeinde Teistungen auf, im Interesse ihrer Bürger sowie aller Eichsfelder das Golfplatzvorhaben noch einmal gründlich zu überdenken.
hü / 28.04.10 / TA
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Letzte Reaktionen / Wortgefechte - das Medium scheint eindeutig die Presse zu sein:
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VG-Chef weist Behauptungen der Grünen zurück
Für den geplanten Golfplatz bei Teistungen werden nur sieben Hektar Wald gerodet, nicht 20 Hektar. Das entgegnet VG-Chef Horst Dornieden den Grünen und den Naturschützern. Teistungen. Lügen und aus der Luft gegriffene Halbwahrheiten werden nach Ansicht von Horst Dornieden von Eichsfelder Grünen und Naturschützern über das Teistunger Golfplatz-Vorhaben in die Welt gesetzt. Die Vorüberlegungen gingen nicht davon aus, dass 20 Hektar Wald gerodet werden müssten, sondern maximal sieben Hektar Landeswald, sagte der Vorsitzende der VG Lindenberg-Eichsfeld gestern dieser Zeitung. Diese sieben Hektar in einem Vogelschutzgebiet würden für einzelne Spielbahnen benötigt, für die also Schneisen in den Wald am Lindenberg geschlagen werden müssten. Und dafür ist das Dreifache an Ersatzpflanzungen vorgesehen, hält Dornieden der grünen Märchenstunde entgegen. Zudem würde der auf insgesamt 70 Hektar veranschlagte Golfplatz größtenteils aus trister ausgeräumter Ackerlandschaft eine mit Neuanpflanzungen und Teichen aufgelockerte Kulturlandschaft machen. Angestrebt sei bei der Freizeitanlage Teistungenburg grundsätzlich ein ökologisch wertvoller Golfplatz mit Hügeln und Senken und mit dem besonderen Ambiente, dass quasi um die historische Klosteranlage herum gespielt werde.
Golf ist längst eine Massensportart
Der VG-Vorsitzende weist auch die Kritik zurück, dass Golf ein elitärer Sport sei. Vielmehr handele es sich hierbei um die einzige Sportart, die weltweit Zuwächse verzeichne. Golf sei längst eine Massensportart geworden, werde von allen gesellschaftlichen Schichten betrieben und vom Jugend- bis zum Greisenalter. Was die Nähe zum Grünen Band an der ehemaligen Grenze betrifft, verweist Dornieden darauf, dass sich die Gemeinde Teistungen und die Stadt Duderstadt als erste für den acht Kilometer langen Modellstreifen zwischen Grenzlandmuseum und Gut Herbigshagen stark gemacht hatten. Wo waren denn da die Grünen?, fragt Dornieden. Zudem habe bisher niemand von denen, die das Golfplatz-Projekt kritisieren, mit ihm das Gespräch gesucht, sagt der VG-Chef. Wie Dornieden weiter mitteilt, wurden die vorläufigen Planungsunterlagen inzwischen beim Land eingereicht, für das angestrebte Raumordnungsverfahren. Bis dieses beendet sei, würde noch mindestens ein Jahr vergehen.
Jürgen Backhaus / 20.04.10 / TLZ
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Antwort 1/3 - Bündnis 90 / Die Grünen, KV Eichsfeld:
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Bitte bei den Fakten bleiben, Herr Dornieden!
Auch Wiederholung und süffisante Bemerkungen ändern nichts an den Tatsachen.
Bevor CDU-VG-Chef Horst Dornieden von "Märchenstunde" spricht, sollte er sich lieber die in Teistungen ausgelegten Pläne ansehen und sich mit der Thematik Golf-Spielen befassen. Dann hätte er weder behaupten können, dass nur sieben Hektar Wald zur Rodung vorgesehen seien, noch dass Golf ein Massensport sei oder naturnah.
Nicht nur, dass das Roden von sieben Hektar Wald an und in einem Vogelschutzgebiet für einen schnöden Golfplatz nicht hinnehmbar sind, sollen nach den Planungen tatsächlich ca. 20 Hektar Wald platt gemacht werden.
Und wie absurd es ist, Golf als Massensport zu bezeichnen, zeigt schon ein Blick auf die Preise der Ausrüstung und die von Golfclub-Mitgliedschaften. Und das hat nichts mit elitär zu tun, sondern mit den Kosten der intensiven und nicht gerade naturnahen Pflege und Instandhaltung von Golfplätzen.
Als eine für das CDU-geführte Eichsfeld inzwischen leider häufig zu beobachtenden Unart, ist die in sehr herablassender Weise von Hauptamtlichen geäußerte Frage, wo ehrenamtlich, in ihrer Freizeit tätige Mensch waren, als Hauptamtliche ihre bezahlte Arbeit gemacht haben (und mal etwas richtig gemacht haben). Außerdem ist die dahingehende Frage, wo die Grünen waren, als Duderstadt und Teistungen das Projekt der Sielmann-Stiftung "Grünes Band" befürwortet haben, leicht zu beantworten: Grüne haben sich immer intensiv für das Grüne Band eingesetzt, es wissenschaftlich und politisch begleitet und dafür gesorgt, dass Sielmanns Vision von einem Naturschutzgebiet im ehemaligen Todesstreifen lebendig wurde.
Wenn der VG-Chef wirklich das Gespräch mit Kritikern des Golfplatz Teistungen suchen sollte, bestünde dazu heute (Do, 22.April), ab 19 Uhr, im Saal der "Wehnder Warte" die Möglichkeit. Denn dort wollen sich Menschen treffen, die das Projekt Golfplatz Teistungen längst nicht so problemlos sehen, wie gerne suggeriert wird.
Herzliche Grüße Michael Hoffmeier
-- Kreissprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, KV Eichsfeld
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Antwort 2/3 - Offener Brief des NABU:
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Sehr geehrter Herr Dornieden,
in Ihrem Pressebeitrag vom 21.04.10 in der Thüringer Allgemeinen bezichtigen Sie öffentlich die Eichsfelder Grünen und die Naturschützer, Lügen und Halbwahrheiten über das Golfplatz-Vorhaben am Lindenberg bei Teistungen zu verbreiten. Im Namen des Naturschutzbundes Obereichsfeld RV möchte ich Ihnen darauf antworten.
Dass fast 20 Hektar Laubmischwald vom Golfplatzprojekt betroffen sind, geht aus der Karte hervor, die im November 2009 der nur wenige Tage in der Gemeinde Teistungen ausliegenden Bekanntmachung zur Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes beigefügt war. Dass Sie die geplante Vernichtung des Waldes nun relativieren und nur noch mit 7 Hektar angeben, ändert nur wenig an der Tatsache, dass es sich um negative und folgenschwere Eingriffe in den Waldbestand eines Vogelschutzgebietes nach Europarecht handelt. Sie wollen jetzt nur noch Schneisen durch diesen Wald legen. Schneisen in einem Hochwald machen aber die angrenzenden Waldflächen anfällig für Wind, zumal die Waldöffnung in der Hauptwetterrichtung erfolgen wird. Dies wird Veränderungen des Waldinnenklimas sowie Windbruch zur Folge haben, was Ihnen jeder Forstfachmann und jeder Ökologe bestätigen kann. Weiterhin führt der Schneisenbau zur Verinselung der noch geschlossenen Waldfläche. Somit sind im Endeffekt doch wieder 20 Hektar oder sogar noch mehr Fläche betroffen, die ihren Charakter und ihre ökologische Funktion als Wald verlieren.
Sie erwähnen, dass für den zu opfernden Waldbestand das Dreifache an Ersatzanpflanzungen vorgesehen sind. Hier ist zu bedenken, dass die Neuanpflanzungen mindestens zwei Menschenalter brauchen, um annähernd die Qualität und die biologische Funktion des heute am Lindenberg vorhandenen Waldes zu erreichen. Erst dann kann von einem Waldboden gesprochen werden, der die entsprechenden Bodenorganismen mit Kleintieren und Pilzen sowie die typische Flora aufweisen wird. Erst nach diesem langen Zeitraum können die geschützten Vogelarten, für die das Vogelschutzgebiet eingerichtet wurde, hier geeignete Nahrungs- und Bruthabitate vorfinden und erst dann haben die Menschen wieder Wald, in dem sie spazieren gehen, Tiere und Pflanzen beobachten oder Pilze sammeln können.
Es sollte auch bedacht werden, dass die „triste ausgeräumte Ackerlandschaft“ der von Ihnen als Golfplatz vorgesehenen Fläche im Bereich der Gerblingeröder Breiten, als Vorrangfläche für Wald vorgesehen ist, hier also eigentlich Wald entstehen soll. Auch dafür müssten Sie Ersatzflächen zur Aufforstung finden. Nur wo gibt es im Nordeichsfeld noch genug Flächen, denn das wären ja 40 Hektar und Sie versprechen sogar das Dreifache, also 120 Hektar?
Herr Dornieden, Sie bezichtigen die ökologisch und nachhaltig denkenden Bürger des Eichsfeldes als Lügner. Dies muss ich an Sie zurückgeben, denn Sie sind es, der in Sachen Golfplatz mit Halb- und Unwahrheiten in die Öffentlichkeit getreten ist. Sie haben seit dem vergangenem Jahr immer wieder verkündet, dass es hinsichtlich des Naturschutzes keine Probleme geben wird, dass wohl auch der Landkreis mit seinen Fachbehörden keine Einwände hätte, dass die Planungen zügig vorangehen, dass das Projekt noch 2010 realisierbar sei und vieles mehr. Sie haben öffentlich verkündet, dass bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt worden sei und die Änderungen des Bebauungsplanes schon im Laufen seien. Damit haben Sie Tatsachen angegeben, die bereits im Verantwortungsbereich des Landrats und seiner Fachbehörden liegen. An diese hat sich deshalb der Naturschutzbund gewendet. Dies soll als Antwort auf Ihre Bemerkung, dass keiner der Naturschützer das Gespräch mit Ihnen gesucht hat, genügen. Im Übrigen ist das Golfplatzprojekt am Lindenberg auf Grund des Schutzstatus des dortigen Gebietes von solch ökologischer und gesellschaftlicher Bedeutung, dass es keine alleinige Sache der Gemeinde Teistungen, ja nicht mal des Eichsfeldkreises ist, weshalb sich der NABU veranlasst sah und sieht, sich an höhere und bedeutendere Instanzen zu wenden als an den VG-Chef.
Keiner von uns „Grünen“ hat bisher Ihr Engagement für das „Grüne Band“ in Frage gestellt. Verwunderlich ist nun aber, dass Sie mit der Idee des Golfplatzes der Zielsetzungen des Großnaturschutzgebietes so widersprechen.
Dipl.-Biologe (Ökologie) Arne Willenberg (Vorsitzender des NABU Obereichsfeld)
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Antwort 3/3 - Stellungnahme Rainer Hanke:
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Zum geplanten Golfplatz bei Teistungen Artikel in TA/TLZ vom 21.04.10 Was sich da Herr Dornieden wieder aus den Fingern gesogen hat, ist schon fast nicht mehr hinnehmbar. Aber wenn man sich mit seinem Denkschema auseinandersetzt, findet man schnell Verständnis für seine Äußerungen. Der NABU hat sich sehr wohl bemüht, Auskünfte über den Planungsstand zu erfahren. Auch wenn der Naturschutzbund nicht persönlich an ihn herangetreten ist, so sind doch mehrere Anfragen an das Bürgermeisteramt von Teistungen gegangen. Sämtliche datiert noch im Jahr 2009. Lediglich eine einzige Antwort liegt aus dieser Zeit vor. Mit dem Hinweis, sich zu gedulden und auf die weiteren Planungen zu warten. Wenn Herr Dornieden das nicht glaubt, wird er schnell im eigenen Haus fündig. Wenn er will! Aber da würde ja sein Konstrukt gewaltig in Schieflage kommen. Der NABU setzt sich übrigens seit seinem Bestehen in Thüringen für die Erhaltung des „Grünen Bandes“ ein. Was man von Herrn Dornieden wohl nicht behaupten kann. In der VG „Lindenberg“ wurden große Stücke dieses wertvollen Lebensraumes unter den Pflug genommen. Wer das nicht zu glauben bereit ist, kann von mir gern eine Führung bekommen. Wahr ist unbestritten, dass die Stadt Duderstadt gemeinsam mit der Heinz-Sielmann-Stiftung große Anstrengungen unternommen hat. Es liegt in der Natur von Herrn Dornieden, einem fahrenden Zug hinterher zu laufen, aufzuspringen, um sich danach als Lokomotivführer aufzuspielen. Der NABU hat in puncto „Grünes Band“ seine Hausaufgaben erledigt. Er hat an jeder möglichen Zusammenkunft teilgenommen, um wertvollen Naturraum zu retten. Diese etwas dumme Frage, wo denn die „Grünen“ (unter diesem Sammelbegriff wird offenbar der NABU eingeordnet. Was aber für mich nichts Ehrenrühriges ist!) waren, ist lediglich ein Ausdruck von schlichter Denkart. Was ist denn das für eine Herangehensweise, die Arbeit Ehrenamtlicher mit der von bezahlten Angestellten aus Amtsstuben zu vergleichen? Übrigens hat der Naturschutzbund selbst ein Stück des ehemaligen Grenzstreifens gekauft um es dem Zugriff von dieser Art Investoren zu entziehen, die mit den Taschen voller Geld durch das Land ziehen auf der Suche nach willigen Vollstreckern vom Format eines Herrn Dornieden.
Rainer Hanke
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(Rainer Hanke war bis Februar Vorsitzender des NABU Obereichsfeld RV. Er hat den Verein etwa 10 Jahre geleitet. Heute ist er noch im Vorstand des Landesverbandes des NABU tätig.)
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Presseartikel bis 22.04.2010 (Vor der Gründung der Bürgerinitiative:
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